Eleonore Heymann (Kuhn)

Lizenzbestimmungen

Für alle Inhalte auf dieser Webseite gilt die Creative Commons Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

Zur Person

  • Geburtsdatum: 16.02.1849
  • Geburtsort: Haßloch
  • Sterbedatum: 16.03.1921
  • Sterbeort: Speyer
  • Staatsbürgerschaften: -

Biografie

Eleonore „Ella“ Heymann, geborene Kuhn, wurde am 14. März 1886 in Haßloch in der Pfalz geboren. Sie war die Tochter von Moses Kuhn und Pauline Kuhn. Über ihre Kindheit und Jugend liegen keine konkreten Quellen vor.

Am 19. März 1912 heiratete sie den Kaufmann Max Heymann. Das Ehepaar ließ sich in Hof an der Saale nieder, wo Max Heymann das Schuhgeschäft „Ludwig Schloß“ übernahm und zu einem angesehenen Unternehmer wurde. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor: Siegfried, geboren 1916, und Walter, geboren 1923.

Während der wirtschaftlich erfolgreichen Jahre der Familie war Ella Heymann vor allem Ehefrau und Mutter. Als die nationalsozialistische Verfolgung jüdischer Bürger begann und die Geschäfte ihres Mannes boykottiert wurden, trug sie zum Lebensunterhalt der Familie bei. Zwischen 1936 und 1938 betrieb sie eine eigenständige Warenagentur, nachdem Max Heymann durch die antisemitischen Maßnahmen zunehmend seine wirtschaftliche Grundlage verloren hatte.

Die Lage der Familie verschlechterte sich jedoch weiter. Nach der Reichspogromnacht 1938 und der zunehmenden Entrechtung jüdischer Bürger mussten Max und Ella Heymann Hof verlassen. 1939 wurden sie nach Mannheim umgesiedelt und in einem sogenannten „Judenhaus“ untergebracht. Dort lebten sie gemeinsam mit weiteren Familienmitgliedern, darunter Ellas Schwester Elisabeth Stern, deren Ehemann Wilhelm Stern und deren Tochter Lore.

Im Oktober 1940 wurde Ella Heymann zusammen mit ihrem Ehemann Max und ihrem Sohn Walter im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion in das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert. Die Lebensbedingungen dort waren äußerst schwierig. Hunger, Krankheiten, mangelhafte Hygiene und die ständige Unsicherheit bestimmten den Alltag der Internierten.

Während der Internierung wurde die Familie endgültig auseinandergerissen. Ihr Sohn Walter wurde später über weitere Lager nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ihr Ehemann Max Heymann starb am 29. November 1942 im französischen Lager Nexon.

Ella Heymann überlebte die Internierung. Nach Kriegsende wurde sie durch alliierte Truppen in den französischen Auffanglager Masseube befreit.

Nach ihrer Befreiung wanderte sie in die Vereinigten Staaten aus. Dort traf sie ihren älteren Sohn Siegfried wieder, dem bereits Ende 1936 die Emigration nach New York gelungen war. Durch diese Wiedervereinigung fand zumindest ein Teil der Familie nach den Jahren von Verfolgung, Deportation und Verlust wieder zusammen.

Das Leben von Eleonore „Ella“ Heymann spiegelt das Schicksal vieler jüdischer Frauen ihrer Generation wider: ein zunächst gesichertes Familienleben, die schrittweise Ausgrenzung und Entrechtung durch das NS-Regime, Deportation und Lagerhaft sowie schließlich die schwierige Rückkehr in ein neues Leben im Exil. Während ihr Ehemann Max und ihr Sohn Walter die Verfolgung nicht überlebten, gelang es ihr, den Holocaust zu überstehen und nach dem Krieg gemeinsam mit ihrem Sohn Siegfried in den USA einen Neuanfang zu wagen.