Biografie
Helmut Joel, der Vater von Billy Joel, war zehn Jahre alt, als Adolf Hitler 1933 an die Macht kam. Die Familie lebte in Nürnberg in unmittelbarer Nähe des Luitpoldhains, wo die Nationalsozialisten regelmäßig große Propagandaveranstaltungen abhielten. Von seinem Zuhause aus konnte Helmut die Aufmärsche und Reden der Nationalsozialisten beobachten und miterleben, wie sich das politische Klima gegen jüdische Familien richtete.
Mit der zunehmenden Verfolgung verloren Helmut und seine Familie Schritt für Schritt ihre Rechte. Wie viele andere jüdische Kinder wurde auch er von der Schule ausgeschlossen. Gleichzeitig wurde sein Vater Karl Joel öffentlich angegriffen. In Julius Streichers antisemitischer Hetzzeitung „Der Stürmer“ wurde Karl Joel diffamiert und als Feindbild dargestellt.
Auch das Familienunternehmen geriet unter Druck. Die nationalsozialistische Politik zielte darauf ab, jüdische Unternehmer aus dem Wirtschaftsleben zu verdrängen. Schließlich wurde die Familie gezwungen, ihr erfolgreiches Unternehmen weit unter Wert zu verkaufen. Für Helmut bedeutete dies nicht nur den Verlust der wirtschaftlichen Existenz seiner Familie, sondern auch die Erfahrung, wie Ausgrenzung und staatliche Verfolgung das gesamte Leben einer Familie zerstören konnten.
Die Familie konnte rechtzeitig aus Deutschland fliehen und über die Schweiz schließlich in die USA gelangen. Die Erlebnisse seiner Kindheit prägten Helmut Joel nachhaltig. Sein Sohn Billy Joel hat später mehrfach betont, wie schwer es für ihn sei, sich vorzustellen, was sein Vater als jüdischer Junge in Nürnberg während dieser Zeit erlebt haben muss
