- Geburtsdatum: 18.11.1908
- Geburtsort: Wien
- Sterbedatum: 30.12.2002
- Sterbeort: Wien
- Staatsbürgerschaften: -
Biografie
Ella Reiner wurde als fünftes Kind von Elsa Reiner und Friedrich Reiner in Wien geboren. Ella erlangte 1926 ihre Matura und studierte Medizin an der Wiener Universität. Nach dem Anschluss begann sie Juden zu helfen, vor allem ehemaligen Kommilitonen. Während der „Reichspogromnacht“ in Wien versteckte sie zehn Juden in ihrem Zimmer. Gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Kurt Lingens und dem mit ihnen befreundeten Baron Karl von Moresiczky organisierten zwischen 1939-1942 unter Einsatz Ihres Lebens in Wien die Hilfe und Ausreise vieler verfolgter Jüdinnen und Juden. Sie wurden 1942 durch den jüdischer Schauspieler Rudolf Klinger an die Wiener Gestapo verraten und inhaftiert. Ella Lingens und Baron von Moresiczky wurden nach Auschwitz deportiert, wo Baron von Motesiczky am 25. Juni 1943an Fleckthypus starb. Ella Lingens konnte als Lagerärztin nicht nur ihr Überleben sichern, sondern halb vielen Juden auch das Konzentrationslager Auschwitz zu überleben. Sie wurde 1944 in das Konzentrationslager Dachau verlegt, wo sie ihre Befreiung durch die US Armee im April 1945 erlebte. Sie kehrte nach Wien zurück, wo ihr Sohn Peter Michael lebte. Im 1964 sagte sie als wichtige Zeugin während des ersten Frankfurter Auschwitzprozesses aus. Am 30. Dezember 2002 starb sie im hohen Alter in ihrer Heimatstadt Wien.
Am 3. Januar 1980 wurde Frau Ella von der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem die Auszeichnung „Gerechte unter den Völkern“ verliehen.
